Den richtigen Rechner aussuchen

Die Anzahl der unterschiedlichen Modelle der zahlreichen Hersteller ist kaum noch überschaubar.  

Gleichzeitig tummeln sich auf dem Markt auch noch viele teils günstige Auslaufmodelle aber auch überteuerte, lahme Gurken.
Die folgenden Tips helfen Euch, die Spreu vom Weizen zu trennen und eure Auswahl einzuschränken. 

Auch wenn wir hier ein paar Rechner als Beispiele aufführen, vergesst bitte nicht, dass ein Rechner der heute ein echtes Schnäppchen ist, morgen bereits überteuert oder veraltet sein kann. Wer auf "etwas besseres" oder neueres warten will, wartet evtl. ewig. Von daher gibt es weder den perfekten Zeitpunkt für den Kauf noch den perfekten Rechner ansich.

 

Wichtig ist es, zu beachten, dass wirklich brandneue, gerade erst vorgestellte Hardware evtl. noch nicht von den aktuellen Linuxversionen unterstützt wird. Da muss dann evtl. mit neuen (und noch nicht stabilen) Kernel und Treiberversionen hantiert werden. Das ist aber eher die Ausnahme. Die aktuellen Linux Distributionen mit Langzeitunterstützung (z.B. alles auf Ubuntu 16.04 Basis), die auf Kernel 4.4 aufbauen, unterstützen z.B. auch schon die aktuellen Intel Core i Chips der 6. Generation (Skylake) und kommen auch mit den entsprechenden Grafik- und Netzwerktreibern.

Wenn also die Spezifikationen passen und der Preis für Euch stimmt, spricht nichts gegen einen Kauf.

 

... Die folgenden Infos können unmöglich vollständig sein; sollen sie auch nicht.

Sie sollen vielmehr ein paar Eckdaten – eine knappe Zusammenfassung liefern, die bei der Kaufentscheidung helfen kann, mit begrenztem Budget einen Rechner zu finden, auf dem Mincraft unter Linux rund und sauber läuft.


Knapp 400€ sollte man schon einplanen und mit etwas Schnäppchenglück und Aufrüstung kann man für unter 500€ schon was richtig flottes und schickes bekommen.

Der Prozessor

Wir empfehlen eine CPU aus Intels Core i Serie. Intels Celeron und Pentium Serien und i.d.R. auch die in Netbooks verbauten extrem sparsamen M-Serien sind doch etwas schwach auf der Brust, um beim Gamen Spaß zu machen. 
Intel teilt die i-Serie in i3, i5 und i7 auf. Dazu wichtig zu wissen / von Wikipedia:


"... kann man nicht sagen, dass Core-i7-CPUs generell schneller sind als Core-i5-CPUs oder dass Core-i5-CPUs generell schneller sind als Core-i3-CPUs, da sich dieser Bestandteil des Namens nicht nur an Leistung, sondern vor allem an Features orientiert. Zudem werden alle Prozessoren mit der Zeit aktualisiert, so dass neuere Prozessoren mit kleinerer i-Nummer sogar erheblich schneller sein können als ältere mit einer höheren i-Nummer."


Dies können wir aus eigener Erfahrung bestätigen: Svens, nun nicht mehr taufrisches i5 Notebook (i5 4210U, Haswell 1,7 GHz / 2,3 GHz Turboboost) ist im Geekbench 3 Benchmark in etwa gleichauf mit dem Intel NUC (i3 6100U, Skylake, 2,3 GHz), der uns als "Familienrechner" dient. (auf beiden Rechnern läuft (mit den richtigen Einstellungen) Minecraft übrigens locker mit 60FPS)


Der vierstellige Zahlencode hinter dem Prozessor gibt an erster Stelle die Prozessorgeneration an, z.B. i5 4210U = i5, 4. Generation. Das Buchstabenanhängsel was man meistens bei Notebooks finden wird, ist "U", was für "low power", also energieeffiziente, sparsame (also auch etwas langsamere) Prozessoren steht.

 

TIP:


Ausstattung

Ausser dem Prozessor wirken sich natürlich noch andere Faktoren auf die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit der Rechners aus:

 

Arbeitsspeicher/RAM: Wird sowohl vom Betriebssystem als auch von allen anderen laufenden Programmen genutzt. Wenn nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist, lagert der Rechner bei ausgeschöpftem RAM die Daten wieder auf der Festplatte zwischen (Swap). Durch die dann längeren Lese- und Schreibzeiten wird darurch erheblich die Leistung und Geschwindigkeit reduziert und Anwendungen fangen an zu haken oder reagieren nicht mehr unmittelbar.
4GB RAM sollten es schon sein, 8GB reichen auch für anspruchsvolle Nutzungen mit meheren parallel geöffneten Programmen. Mit 12-16GB RAM kann einen gar nichts mehr aus der Ruhe bringen. Gut zu wissen: Mit ausreichend RAM und mit nur wenigen oder keinen Swap-Auslagerungen (Schreibvorgängen) werden insbesondere SSDs geschont und deren Lebensdauer erhöht. 

 

Festplatte/Massenspeicher: Selbst Notebooks im unteren Preissegment haben heute 500GB-1TB Festplatten, (Hard Disk Drives - HDDs). Große Kapazitäten sind wichtig, wenn man große Mengen an Mediadaten abspeichert. Dazu gehören Foto-, Musik- und ganz besonders Videosammlungen. Allerdings sind mechanische Festplatten nicht mehr wirklich zeitgemäß.

Solid State Disks = SSDs haben keine beweglichen Teile mehr und 5-10-fach so schnelle Zugriffs- Lese- und Schreibraten wie herkömmliche HDDs. Dadurch wird der Systemstart und auch der Start von Programmen, also sämtliche Vorgänge, bei denen Daten vom Fest- in den Arbeitsspeicher übertragen werden, extrem beschleunigt. Keine andere Maßnahme wird die gefühlte Geschwindigkeit eines Rechners derart positiv beeinflussen, wie die Aufrüstung oder Ausstattung mit einer schnellen SSD. 
Nachteil ist der noch immer höhere Preis gegenüber HDDs.

 

Grafik(-karte): Für Minecraft reicht normalerweise die interne Intel HD Grafik der aktuellen Core i Chipsets. Auch hier ist dann ausreichend RAM von Vorteil, den sich die interne Grafik mit der CPU teilt. Wenn allerdings neben Minecraft auch neuere Premiumtitel gespielt werden sollen oder extrem aufwändige Shadermods in Minecraft eingesetzt werden, dann ist es sinnvoll, eine leistungsstarke, separate (dedizierte) Grafikkarte zu haben, die auf eigenen Arbeitsspeicher zugreifen kann. Dadurch verteuert sich natürlich der Rechner und man sollte bei der Linuxinstallation auch darauf achten, die geeigneten proprietären Treiber nachzuinstallieren (z.B. von NVIDIA), damit der Rechner überhaupt auf die starke Grafikkarte zugreifen kann. Dies ist aber über die Systemeinstellungen Software/Updates > Zusätzliche Treiber völlig unkompliziert und ohne Terminalzugriff möglich.
(Achtung: Um es Linux zu ermöglichen je nach Bedarf zwischen interner und NVDIA Grafik zu wechseln, sind ein paar weitere Eingriffe nötig, die hier sehr schön (allerdings auf Englisch) beschrieben sind. Wenn wir mal auf ein Notebook mit NVDIA Grafik wechseln, werde ich das als dt. Tutorial mit Screenshots nachreichen.)

 

Display: Auch wieder ein Faktor, der sich deutlich auf den Preis auswirken wird: Neben der Auflösung (HD, Full HD, Ultra Full HD, 4K) spielt auch die Displaytechnik eine Rolle, wie knackig die Farben rüberkommen, wie gut der Schwarzwert und die Blickwinkelunabhängigkeit sind. Die moderneren IPS Panels sind momentan älteren TN und VA vorzuziehen, aber leider auch teuerer. Für Minecraft selbst braucht man unserer Meinung nach nicht unbedingt ein Full HD Display. Allerdings ist das allgemeine Arbeiten schon um einiges angenehmer mit einem höher auflösenden Full HD Display, das einfach schärfere Schriften und Kanten darstellen kann.

 


Beispiele

(Diese Rechner gefallen* uns und bieten für unterschiedliche Budgets angemessene Leistung. *Dies ist unsere MEINUNG!)

 HP 350 G2, 15,6 Zoll, Intel Core i5-5200U, 2,2-2,7 GHz, 8GB RAM, 1000GB HDD, Intel HD-Grafik 5500,

ca. 400-430€

Unserer Meinung nach ein Schnäppchen, weil ...

+ nicht mehr aktuelle aber dennoch schnelle i5 CPU zu sehr günstigem Preis

+ mit 8GB ausreichend RAM

+ Gute Verarbeitung

+ große 1 TB Festplatte

- leider kein Full HD

Wir würden die Festplatte gegen eine schnelle SSD tauschen und die HDD in ein externes Gehäuse verfrachten. 

 

Lenovo ideapad 500S, Intel Core i3-6100U, 2,3GHz, 4GB RAM, Hybrid 500GB HDD + 8GB SSHD, Intel HD Grafik 520,

ca. 449€

Der Core i3 hat zwar keinen Turboboost wie ein i5 Prozessor,

+ kann aber mit seiner 2,3GHz Basistaktrate ordentlich Daten abarbeiten

+ und wird auch nicht so häufig aufjaulen, wenn der Prozessor nicht hochtaktet.

+ Ein günstiger Einstiegsrechner mit einem aktuellen und effizienten Prozessor.

Die übrige Ausstattung ist in dieser Preisklasse auch top.

Medion Erazer P6661, 15,6 Zoll, Full-HD Display, Intel Core i5 6200U, 8GB RAM, 256GB SSD, NVIDIA GF GTX950M,

ca. 600-800€ (auf Ausstattung achten!)

Unserer Meinung nach trotzdem noch ein Schnäppchen, weil ...

+ eines der günstigsten i5 6200U "Gaming"-Notebooks mit dedizierter und flotter Grafikkarte.

+ sehr gutes Full HD, IPS Display

+ schnelle m.2 SSD und noch Platz für eine weitere HD oder SATA SSD.

- ist schon um einiges teuerer als ein i3 mit integrierter Grafik. ;-)
(Momentan ganz weit oben auf unserer Wunschliste und eigentlich mit Minecraft gnadenlos unterfordert.)